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01/06/2008

Wie die Pseudo-Arbeitnehmervertretung AUB bei Siemens Politik auf Kosten der Beschäftigten machte

Dass die "Arbeitsgemeinschaft 'unabhängiger' Betriebsunabhängiger" (AUB) eine Tarnorganisation der Arbeitgeber ist, haben Metallerinnen und Metaller schon lange geahnt. Seit der Verhaftung des Ex-AUB-Vorsitzenden Schelski ist die Vermutung nun gewiss.

Sie nennen sich die "Unabhängigen". Sie arbeiten bei Siemens in München-Perlach. Sie sind Freunde und Mitglieder der sogenannten "Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsangehöriger" (AUB). Und sie wollten bei den Betriebsratswahlen im April keinerlei Zweifel aufkommen lassen, worfür sie stehen: ERst verteilten sie Gummibärchen an die Belegschaft. Dann klebten sie Miniplakate auf ihre großen Wahlplakate. "Garantiert gewerkschaftsfrei", lautete die Botschaft. Sie sollte den "Unabhängigen", den AUBlern, die Betriebsratsmehrheit sichern.

Doch ihre Strategie ging nach hinten los. Denn die Gewerkschaftsgegner erhielten gerade mal 21% der abgegebenen Stimmen. Nach 19 Jahren sind sie damit ihre Mehrheit im Betriebsrat los. Die ging mit 51% der Stimmen an die offene Liste der IG Metall, die jetzt 16 von 31 Mandaten hält. Hartmut Winner-Scherer, Metaller und neuer Betriebsratsvorsitzender: "Jetzt können wir uns darum kümmern, dass der bevorstehende Konzernumbau nicht zu Lasten der Beschäftigten geht."

Solch ursächliche Unterstützung der Beschäftigten haben die "Unabhängigen" - wie sich die Mitglieder der AUB selbst nennen - jahrelang hintertrieben: "Nichts tun und abnicken was von oben kommt", sagt Winner-Scherer dazu. Viele Siemens-Beschäftigte in Neu-Perlach mußten die AUB-Vorherrschaft teuer bezahlen - beispielsweise bei der Auslagerung der Trainingssparte. Statt die Rentenansprüche der über 300 Beschäftigten auf einem insolvenzsicheren Treuhandkonto anzulegen, ging das Geld an eine neue Firma - ungesichert. Deren Insolvenzantrag ließ nicht lange auf sich warten. "Über Jahre erarbeitete Rentenansprüche wurden über das Insolvenzverfahren verfrühstückt", ärgert sich Winner-Scherer, "die AUB hat richtig Mist gebaut".

Was für ein Glück für die Opelaner in Rüsselsheim, dass hier die AUB konsequenterweise erst gar nicht für die Wahlen zum Aufsichtsrat kandidierte und im Betriebsrat nur geringfügig vertreten ist. Wir brauchen die Erfahrung der Siemens-Kolleginnen und -Kollegen in München-Perlach erst gar nicht zu machen, dank der starken Position er IG Metall im Betrieb.

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Die IGM baut ja kein Mist oder wie war das bei VW mit den Nutten? Erst mal vor der eigenen Tür kehren.

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