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10/04/2008

Was ist eigentlich bei Catlogistic in Rüsselheim los??

Wer als nicht Cat-Beschäftigter durch den Teilebau geht und mit Kolleginnen und Kollegen spricht, sieht mehr als deutlich, dass sie Angst haben, Angst vor Abmahnungen wenn sie Fehler machen, Angst davor auf die Sani zu gehen, wenn sie sich verletzt haben.

Das Management versucht gezielt den Betriebsrat zu demontieren (Motto: Wir brauchen keine Gewerkschaft und keinen Betriebsrat wir können selbst mit unseren! Leuten reden...). Der Druck auf die einzelnen Beschäftigten ist groß und die "Bibel" von Caterpillar könnte von Star Wars (Die Macht sei mit euch..) sein und klingt in den Ohren der Beschäftigten wie Hohn. Wie geht es euch in Bochu, Kolleginneen und Kollegen von Cat/Teilebau. Habt ihr auch solche Zustände?

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Die US-Gewerkschaften, einst kämpferisch und mitgliederstark, sind seit den 70er Jahren auf dem Rückzug. Der radikale, transnationale Marktliberalismus hat ihre Organisationsmacht entscheidend geschwächt. Auch unter Präsident Clinton verbesserte sich die Situation nicht wirklich, obwohl mit der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes zuletzt ein Etappensieg errungen werden konnte.

Ein Beispiel soll als Synonym für den Niedergang der US-Gewerkschaften stehen: der US-Maschinenbauer "Caterpillar". Seit 1991 tobte der längste und erbittertste Arbeitskampf in der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Dann war die Gewerkschaft bankrott, die Bosse triumphierten und die Gewinne schnellten in die Höhe.
Sack Hayes ist ein gebrochener Mann: Es kam alles wie aus heiterem Himmel. Ende der 80er Jahre hatte sich der Konzern am Markt neu positioniert, machte wieder Gewinne, die Umsatzzahlen stimmten. Und doch holte die Chefetage zum entscheidenden Schlag aus. Ohne Verhandlungen wurde die Belegschaft vor vollendete Tatsachen gestellt: „Runter mit den Löhnen um ein Viertel und 12-Stundentag, oder ihr seid gefeuert.“
Als Argument dient die Standort- und Wettbewerbssicherung - "In Mexiko arbeitet man um ein Butterbrot". Konfrontiert mit dem frechen Lohnklau des Konzerns steigt Hayes mit seinen Kollegen auf die Barrikaden. Mit bösen Folgen: Der US-weit geführte Arbeitskampf geht verloren, und alle müssen die Flexibilisierung nach unten schlucken. Rückblickend sagt Hayes bitter: „Wir dachten, wir hätten Recht und Moral auf unserer Seite. Warum soll die Belegschaft nicht einen Anteil am wachsenden Profit bekommen?“

Die Methoden in diesem Arbeitskampf sind nicht von der feinen englischen Art. Das Unternehmen arbeitet mit allen Mitteln: rechtswidrige Kündigungen, Aussperrungen, Streikbrecher. Letztlich entscheidend für das gewerkschaftliche Waterloo ist aber, daß die Unternehmensführung strategisch geschickt die Streikfront unterläuft, indem Teile der Vorprodukte von Auslandstöchtern bezogen werden. So wird der Streik aufgerollt. Das Caterpillar-Management hatte schon in den Jahren zuvor das Unternehmen nach den Maximen von Downsizing (Personalverschlankung, auch Management by Stress genannt), Re-engineering (Neuordnung der Produktionsabläufe) und Outsourcing (Ausgliederung an Subunternehmen) radikal umstrukturiert.
Kein Stein blieb auf dem anderen. Systematisch wurde die (gewerkschaftlich organisierte) Stammbelegschaft reduziert. Abhängige, eigens gegründete Zulieferbetriebe im In- und Ausland traten an ihre Stelle. Dort waren der gewerkschaftliche Organisationsgrad und die Bezahlung niedrig. Durch die Automatisierung ist der Anteil der Facharbeiter gesunken und der des (leicht ersetzbaren) Hilfspersonals gestiegen. Das Management gerät bei den Zukunftsperspektiven ins Jubilieren: Neueinstellungen nur mehr „unter Tarif“, keine Reallohnsteigerungen, bei Bedarf 12-Stunden-Tag.

Mit solchen Brachialmethoden wurde den US-Gewerkschaften das Rückgrat gebrochen.
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Bedarf es noch weiterer Worte?
Unter den Stichworten "Caterpillar" und "Gewerkschaften" findet sich im Netz eine ganze Reihe Texte, in denen Caterpillar immer wieder als Beispiel für die Zerschlagung der Gewerkschaften dargestellt wird, und wegen seinen brachialen Methoden gegenüber der Belegschaft, sowie ausbeuterischen Arbeitsverträgen genannt wird.

Ich habe mal gelesen, daß in den USA niemand Kleidung von Caterillar tragen würde, und so wie es aussieht, ist die Kleiderabteilung auch nur in Europa erfolgreich.
Schlimmer hätte es nicht kommen können. Mit versteinertem Gesicht sitzt Jack Hayes in seiner engen Küche und ringt um Fassung. Seit 29 Jahren arbeitet er als Dreher und Maschineneinrichter bei Caterpillar, dem weltgrößten Hersteller von Baumaschinen und Bulldozern. Im Hauptwerk und der Zentrale des Konzerns, in Peoria im Bundesstaat Illinois, hat er das ganze Auf und Ab der Firmengeschichte seiner »Cat« durchlebt, auch die schlimmen achtziger Jahre, als das Unternehmen beinahe bankrott ging. Unzählige Stunden verbrachte Hayes freiwillig und unbezahlt bei der Umgestaltung der Arbeitsabläufe, der Installation der neuen, computergesteuerten Maschinen und der Ausbildung von »teams of quality« in den Montagehallen, die das Unternehmen zurück an die Weltspitze brachten. Dann, im Jahr 1991, erinnert sich Hayes, als die Firma wieder Rekordumsätze und Gewinne einfuhr, erklärte das Management der Belegschaft den Krieg. Die Löhne sollten bis zu 20 Prozent schrumpfen, die Arbeitszeiten um zwei Stunden verlängert werden. Verhandlungen bot der Konzernvorstand gar nicht erst an. Für Hayes und die meisten seiner altgedienten Kollegen war die |161| Situation eindeutig: Mit ihrer Gewerkschaft, den United Auto Workers (UAW), mobilisierten sie an allen US-Standorten des Konzerns zum Streik. Das schien nur legitim. Schließlich hatten sie das Recht und die Moral auf ihrer Seite: Warum sollte die Belegschaft nicht einen Anteil am wachsenden Profit bekommen? <=
Code of Conduct ! Für wenn ist so ein einseitiges Instrument geeignet?
Es ist nur ein Instrument aus der Vergangenheit,z.b gehen wir in die Zeit der 30 Jahre da wurde auch eine Pyramide
aufgebaut.Und führte zur totalen Katastrophe.

Caterpillar ist eines der amerikanischen Unternehmen, dass am feindlichsten gegen Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte eingestellt ist.
Code of Conduct !
Als der Vizepräsident der amerikanischen Automobilgewerkschaft UAW, Cal Rapson, anläßlich seiner Kandidatur für die IG Metall zum Opel Aufsichtsrat in Rüsselsheim war, erklärte er klar und deutlich folgendes. Die UAW hat in den USA großen Druck auf GM ausgeübt und klar gemacht, dass sie es nicht akzeptieren, wenn GM Caterpillar als Zulieferer benutzt. Der Grund wurde von ihm klar und deutlich benannt. Caterpillar ist eines der amerikanischen Unternehmen, dass am feindlichsten gegen Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte eingestellt ist. Insofern lassen die hier beschriebenen Zustände auf diese Tradition leider auch in Rüsselsheim schließen. Der Hinweis auf die auch für Zulieferer geltenden Prinzipien sozialer Verantwortung ist richtig und sollte stärker bei Opel/GM geltend gemacht werden. Verträge die nur auf dem Papier stehen sind nur was wert wenn sie auch in die Praxis umgesetzt werden.
Gibt es da nicht einen Vertrag mit GM über den Umgang mit den Beschäftigen, Prinzipien sozialer Verantwortung oder so ähnlich??? Das gilt doch auch für Zulieferer wie Cat? Kümmert sich OPel/GM um die Zustände dort?

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