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11/04/2007

Verhandlungen

Wie weit ist das Management bei Verhandlungen an den Standorten?

Wie weit sind in euren Standorten (Elsemere Port, Antwerpen, Trollhättan und Gliwice) Verhandlungen gelaufen oder laufen noch, in Bezug auf Lohnkürzung, Urlaubskürzung, flexibele Arbeitszeiten, ILO 100?

Uns in Bochum erzählt man, das an Euren Standorten überall schon verhandelt wurde und die Bochumer in letzten sind, die noch nicht verhandelt haben.

Eine offene und ehrliche Antwort wäre sehr gut, bevor uns GM komplett klein macht.

Lieber Kollege Hansen, ich finden den Still deines Beitrags nicht in
Ordnung. Ich denke nicht, dass diese Art von Polemik nötig ist. Zur Sache
selbst ganz kurz: Manchmal ist die Realität kompliziert und sicher nicht
einfach in ein paar Zeilen zu beschreiben. Niemand sagt, dass
"Überkapazitäten... nur bösartige Gerüchte von GM" sind, aber es fällt doch
auf, wer dauernd von überkapazitäten spricht: Das Management und
einschlägige Medien. Warum wird über überkapazitäten spekuliert? Damit Druck
auf die Gewerkschaften und Beschäftigten ausgeübt wird. Ich will die
Ausgangslage bezüglich der Delta-Werke nicht verharmlosen, sondern lediglich
darauf hinweisen, dass diese "überkapazitäten" kein Naturgesetz sind, sie
nicht einfach vom Himmel fallen, sondern auf eine bestimmten Politik des GM
Managements beruhen. Ist doch irgendwie auffallend wie alle Medien dauern
von 750.000 Einheiten Delta und einer "Lücke" von 260.000 einheiten sprechen
(welch ein Zufall, genau ein Werk zuviel...) und gleichzeitig niemand außer
dem Europäischen Betriebsrat danach fragt, wie es zu dieser "Lücke" denn
kommt und was denn eigentlich mit den Chancen (sicher auch Risiken) globaler
Plattformen (und die nächste Delta ist eine) steht???
Die Entscheidung welche Delta-Produkte produziert, wo sie produziert werden
(innerhalb oder außerhalb Europas, innerhalb oder außerhalb der bestehenden
GM-Werke in Europa) ist sicher erstmal eine Entscheidung des Managements,
aber es ist eine andere Sache, ob die europäischen Gewerkschaften und
Betriebsräte dies akzeptieren. Und sie tun das aus gutem Grunde nicht.
Nun zu der Aufzählung der "Beispiele aus den letzten Monaten", nein das sind
sicher keine "bösen Gerüchte", aber was soll uns diese Aufzählung sagen? Das
alles immer so kommt wie das Management es will? Dazu dienen selbst diese
Beispiele nicht. Im übrigen ist die Verlagerung des Combo nach zaragoza
dasselbe wie die Werkschließung in Azambuja und bei der Verlagerung der
Vectra-Produktion (es handelt sich um die nächste Saab-Generation, nicht um
Vectra) von Trollhättan nach Rüsselsheim haben die Gewerkschaften europäisch
eng zusammengearbeitet und es ist nicht zu einer Werkschließung gekommen,
immerhin, oder? Schließung der Powertrain-Werke in Schweden: Das eine Werk
wird nicht geschlossen, sondern verkauf, durchaus ein Unterschied. Und das
andere kleine Werk in Göteburg ist noch nicht geschlossen. Ja, aber es ist
richtig, über schwierige Herausforderungen brauchen wir uns als Europäischer
Betriebsrat von GM nicht zu beschweren und einfache Lösungen hat auch
niemand. Aber zeige mir bitte mal ein anderes Unternehmen in dem
Gewerkschaften und Betriebsräte so eng und vertrauensvoll über Grenzen
hinweg zusammenarbeiten und nicht einfach jeder nur seinen eigenen A... zu
retten versucht??? Eines ist klar und von uns auch unmißverständlich gesagt
worden, bei Azambuja sind die Gewerkschaften nicht zum Äußersten gegangen,
aber wenn GM jetzt ein zweites Azambuja versucht, wird genau das passieren.
Jedem ist klar, was das heißt und niemand sagt das einfach so daher oder ist
sich nicht der Tragweite bewußt. Aber die Position ist klar: Die
europäischen Gewerkschaften und der europäische Betriebsrat von GM werden
keine Delta-Werk "abwickeln". Das(!) ist die wichtigste gemeinsame Botschaft
an das Management. Aber was sind denn deine Vorschläge, wie wir mit der
Situation umgehen sollen? Ich wäre interessiert, was du für Ideen hast?
Sicher ergeben und allem zustimmen ist ja nun wirklich zu einfach (und die
Konsequenzen von großer Tragweite). Vielleicht gibt es ja noch andere Ideen
hier im blog?
Wolfganf Schäfer_klug
Habe aufmerksam den Bericht von Herrn Schäfer Klug gelesen. Bin leider nicht klug draus geworden.
1. Er schreibt, in den Werken wird nicht verhandelt. Wenige Zeile später erklärt er, dass in den Werken doch verhandelt wurde aber leider, leider die Informationen nicht vorliegen würden. Warum liegen die Informationen nicht vor? Seit wann weiß Herr Schäfer Klug von den Verhandlungen? Was wurde vereinbart?

2. Herr Schäfer Klug sagt, dass es in Wahrheit gar keine Überkapazitäten gibt. Uff, jetzt sind wir aber alle erleichtert. Warum verhandeln dann die fünf Werksvertreter? Würde vorschlagen, Tee trinken und warten - kann doch eh nichts passiere. Außerdem brauchen wir in den Gamma und Epsilon-Werken jetzt auch keine Angst mehr zu haben.

Interessant der Hinweis, dass die Überkapazitäten gar nicht da sind sondern nur bösartige Gerüchte von GM sind. Einige Beispiele der letzten Monate, die wahrscheinlich auch nur böse Gerüchte waren und niemals stattgefunden haben:
- Schichtstreichung in E-Port
- Werksschließung in Azambuja
- Verlagerung des Combo nach Zaragozza
- Verlagerung der Vectra-Produktion von Trollhättan nach Rüsselsheim
- Schließung der PT-Werke in Schweden
Die Übersetzung des letzten Kommentars:
"In Antwerp there were also no negotiations untill now. There could be actions from the unions next week"
in antwerpen is er ook nog niet onderhandeld , wy weten ook nog van niks . volgende week volgen er waarschynlyk actie's van de vakbonden
Hallo Kollege, Kollegin,

leider ist gezielte Falschinformation teil des harten Spiels des GM
Managements gegen die Standorte. Fakt ist, dass in der letzten Sitzung des
Europäischen Betriebsrats von GM die Arbeitnehmervertreter unmißverstädnlich
erklärt haben, dass sie nur bereit sind in Verhandlungen einzutreten, wenn
eine Werkschließung ausgeschlossen ist. Eine entsprechende Erklärung, sow
wurde dem Management mitgeteilt, erwartet man intern bis zum 16.4., da dem
Management es nicht wie im Fall Azambuja erlaubt werden soll, auf Zeit zu
spielen und dann einseitig Fakten zu schaffen. Daraufhin willigte das
Management ein, eine Arbeitsgruppe bestehend aus allen Delta-STandorten
einschließlich Trollhättan einzusetzen, die sondieren sollen, wie eine
solche Alternative aussehen kann. Diese wird auf einer Sitzung des
Lenkungsausschusses des Europäischen Arbeitnehmerforums von GM am 17.4. in
Brüssel einen Bericht geben und wir werden dann sehen, ob das europäische
Top-Management von GM sich zu einer Kooperation mit den
Arbeitnehmervertretern bereit findet oder aber einen heißen Konflikt
provozieren will. Wir haben eindeutig und unmißverständlich erklärt, dass
ein zweites Azambuja für uns nicht in Frage kommt. Wir werden keine
Werkschließung "abwickeln"! Es ist jedem von uns klar, dass wir sonst die
nächsten Jahre ein Werk nach dem anderen "abwickeln" dürfen.. Wir dürfen
alle nicht vergessen, dass selbst der Zuschlag für den nächsten Astra den
jeweiligen Werken keine längerfristige Sicherheit gewährt aufgrund der neuen
"globalen Fahrzeug-Plattformen". Wir sollten alle gut im Auge behalten, was
sich in Mexiko tut. Dort wird gerade angesichts von 12 Werkschließungen in
Nordamerika ein neues riesiges Werk gebaut in San Luis Potosi, das zukünftig
auch Astras und Corsas bauen kann. Mexiko ist ein Land, dass äußerst
attraktiv ist für Exporte nicht nur nach Nordamerika, sondern auch nach
Europa und der starke Euro ist ein weiterer Nachteil für uns.

Bevor wir in die europäischen Gespräche über die Vergabe des neuen Astra
gingn, hatte die gemeinsame Delta-Gruppe der Standorte Antwerpen, Bochum,
Ellesmere Port, Gliwice und Trollhättan darüber diskutiert, wie Bewegung in
die gegenseitige Blockade gebracht werden kann: Das GM Management wollte
nur lokal verhandeln (weil es dann die Werke besser gegeneinander ausspielen
kann und die Widerstandskraft geringer ist) und die Delta-Standorte
bestanden auf vorgeschalteten europäischen Verhandlungen in denen eine
Werksschließung ausgeschlossen werden soll bevor lokal überhaupt
irgendwelche Zugeständnisse gemacht werden. ein großes Problem für die
nichtdeutschen Astra-Werke war nach wie vor, dass im Bochumer
Zukunftsvertrag zwei nicht unproblematische lokale Vereinbarungen enthalten
sind: 1. die Zusage der Beibehaltung der 3. Schicht, was gleichbedeutend
damit war, dass das Risiko des Verlusts einer Schicht im Zusammenhang mit
eventuell notwendigen Volumensreduzierungen bei den anderen Astra-Standorten
ungleich höher war. Bedeutender war aber das nicht unbeträchtliche
Einsparvolumen in Bochum durch den Zukunftsvertrag (keine Weitergabe von
Tariferhöhungen auf den Opel-Lohn und dies für die Jahre 2008 bis 2010
gebunden die Zusage für den nächsten Astra. Wir diskutierten deshalb in der
Delta-Gruppe, dass die Standorte Antwerpen, Ellesmere Port und Trollhättan
ebenfalls ihre Bereitschaft lokal erklären sollen ("Letters of intent"),
über Teile des Forderungskatalogs für den neuen Delta in Zukunft zu
verhandeln, wenn der nächste Astra kommt. Klar war aber, dass nur die
Bereitschaft in einem "letter of intent" erklärt wird, über welche Punkte in
der Zukunft verhandelt werden könnte. Ob dies geschieht, hängt nach unserem
internen Absprachen davon ab, ob wir auf europäischer Ebene eine Absicherung
für alle Delta-Werke hinbekommen (Europ. Rahmenvertrag). Wenn das Management
eine Werkschließung nicht ausschließt, so unsere interne Vereinbarung, wird
es auch keine lokalen Vereinbarungen geben. Dieses Vorgehen hat aus unserer
Sicht den Vorteil, dass die Standorte sich auf lokaler Ebene bewegen, um
einen ähnlichen "Anreiz" wie in Bochum zu setzen (allerdings ohne einen
lokalen Vertrag abzuschließen, bevor nicht alle Werke sicher sind)und wir
Bewegung auf europäischer Ebene bekommen, um das Management dort an den
Verhandlungstisch zu bringen. Den "letter of intent" ("Absichtserklärung")
von Antwerpen haben wir alle ausführlich vorgestellt bekommen in der
Delta-Gruppe, der Stand in Trollhättan ist zur Zeit noch einer, dass
diskutiert wird und in Ellesmere Port gibt es einen von den
Gewerkschaftsvertretern unterzeichneten Entwurf, den wir auch erhalten
werden. Also grundsätzlich kein Grund argwöhnisch zu werden. Fakt ist nach
wie vor, dass der Standort Bochum der einzige ist, der in einem Vertrag
(Zukunftsvertrag) Zugeständnisse für die nächste Generation Astra
vertraglich schon vereinbart hat. Das wurde von den anderen Standorten nach
eingehender und langer Diskussion letztlich akzeptiert. Insofern gibt es
hier zur Zeit keinen Nachholbedarf. Fakt ist aber auch, dass es genügend
Volumen für die Werke gibt. Die entscheidende Frage ist nur, werden Werke in
Westeuropa geschlossen und neue in Osteuropa hinzugekauft. Laßt Euch nicht
dumm reden von den angeblichen 750.000 Einheiten für den neuen Delta, die
immer wieder ca. 1,1 Mio Einheiten in 5 Werken gegenübergestellt werden. Das
dient nur dazu, eine Werkschließung nahezulegen, die weder ökonomisch
notwendig noch sozial akzeptabel ist. Es gibt keinen "Sachzwang" für eine
Werkschließung, es gibt nur vom Management geschaffene Voraussetzungen
hierfür. Ob wir die akzeptieren, liegt an uns.

Zugegeben, das alles kling etwas kompliziert, aber grundsätzlich bleibt zu
sagen, dass wir das Glück haben, dass unsere betrieblichen Kollegen in
Ellesmere Port, Gliwice, Antwerpen und Trollhättan langjährige Freunde sind,
auf die wir uns nach aller Erfahrung auch verlassen können. Es ist ja auch
nicht einfach soviel unterschiedliche Kulturen, Sprachen, Gewerkschaften und
Menschen zu einer Gesamtstrategie zusammenzuführen. Wir sollten nicht
vergessen, das hat es wirklich noch nicht gegeben. Laßt uns sorgfältig damit
umgehen und uns nicht von bösartigen Gerüchten, die eindeutigen Interessen
dienen, in Panik versetzen.

Und das Prinzip in der Delta-Gruppe gilt immer noch: Wir tun was wir sagen
und wir sagen was wir tun. Nicht umsonst ist der Europäische Betriebsrat von
GM mit Abstand der am weitesten entwickelte Eurobetriebsrat.Wichtig ist
jetzt, dass wir zusammenstehen, wenn das GM Management entgegen aller
ökonomischen Fakten darauf bestehen sollte, ein Werk schließen zu wollen.
Dann wird sich zeigen, dass wir in der Lage sind gemeinsam Verhandlungsdruck
aufzubauen. Wer dann lokal Gespräche führt, unterstützt die
Schließungsabsichten des Managements. Insofern stehen wir nun an einem
Wendepunkt. Nächsten Dienstag wissen wir mehr.

In Solidarität
Wolfgang Schäfer-Klug
Koordinator des Europäischen GM Arbeitnehmerforums
Don't think that Bochum is the last one in line to negotiate with the gm managment. I even believe that there is already a compromis for outsourcing some facilities. This was also something on the E.E.F. list under "do not". So Bochum isn't better or worser than any other european plant. Everyone try bit by bit to save his own arse.

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