Usbekistan - Tod in Taschkent
Usbekistan, das Land in dem GM sich an einem Joint Venture mit UzDaewoo beteiligt und die Organisation GM Usbekistan gebildet hat, ist eines von vielen Ländern in Zentralasien in denen Menschenrechte massiv verletzt und Demokratie ein Fremdwort ist.
Ein Beispiel für die gefährliche Situation in Usbekistan ist der Tod des Regisseure Mark Weil, der am 7. September 2007 in Taschkent vor seiner Wohnung ermordet wurde. "Raubmord? Rache? Ein religiöser Hintergrund? Man weiß es nicht und vielleicht werden Verantwortlichen ewig im Verborgenen bleiben. Gleichwohl lassen sich schnell Parallelen zu Menschen herstellen, die aufgrund von Überzeugungen getötet wurden. Ihnen war oft eines gemein - sie galten als unbequem in ihren Ländern, oftmals vom Staatsapparat verfolgt und gleichzeitig verehrt von ihren Mitbürgern. Usbekistan mit seinen etwa 26 Mio Einwohnern liegt etwa 5000 Kilometer von Deutschland entfernt. Doch Mark Weil brachte Zentralasien und Europa einander näher. Er spielte seine Stücke mit großem Erfolg vor Zuschauern in Russland, Deutschland, Englang, ja in Japan und den USA. Die Themen waren Religion, Homosexualität und die Freiheit des Menschen. Als Jude in der Ukraine geboren, studierte Mark Weil in Taschkent (Usbekistan) und baute dort 1976 sein Theater auf. Sein Theater "Ilchom" war stets unabhängig, sowohl von den Sowjets als auch vom usbekischen Staat. Weder sich noch die Schauspieler, schon gar nicht die Zuschauer schonte Weil. Davon zeugt auch seiin letztes Stück, die Orestie. Das 2500 Jahre alte Stück von Aischylos ist ein großartiges Lehrstück über Gerechtigkeit, über Selbstverantwortung, über Engagement für eine bessere Welt, über den Kompromiss..." (Auszug aus dem Nachruf von Dr. Reinhard Krumm, FES-Moskau).