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01/06/2007

Streik in der Fabrik von Opel Gliwice

Am Montag, den 28. Mai haben die Mitarbeiter von Opel in Gliwice (General Motors Poland) von 13 bis 15 Uhr gestreikt, weil sie ab Mai monatlich 500 Zloty (130 Euro) Bonus bekommen wollen. Laut Gewerkschaft Solidarnosc waren am Streik 85 % der Belegschaft (jeweils eine Stunde der Früh- und Spätschicht) beteiligt.

Der Sprecher von GM Poland, Wojciech Osoś, wollte sich nicht äußern, da die Verhandlungen noch andauern. Obwohl die Opel-Arbeiter bereits gut verdienen, ist für sie die vom Management angebotene einmalige Zahlung von 1500 Zloty (394 Euro) zu wenig. Sie wissen, dass die Finanzlage gut ist. Ab 2010 wird in Gliwice eine neue Generation der Kompaktklasse als Nachfolger des populären Opel Astra gebaut. Trotz der positiven Auftragslage kündigen viele junge Leute und gehen nach Westeuropa. In den vergangenen Jahren hatten die Opel-Mitarbeiter das Einfrieren der Löhne sowie die Begrenzung der Gehälter für neu Eingestellte zugelassen. Am 20. Februar 2007 begann der Konflikt, als die "Solidarność" 21 Forderungen in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen stellte. Ein Teil wurde erfüllt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende 2007 aus. Daher wollte die Geschäftsführung nicht vor Herbst 2007 über höhere Löhne verhandeln. Man fordert ab 2008 mindestens 7 % mehr Lohn. Als Vermittler in den Verhandlungen schaltete die Gewerkschaft am 23. Mai den Vorsitzenden des Europäischen Betriebsrats General Motors Europe/ Adam Opel AG, Rüsselsheim Klaus Franz ein. Bisher gibt es aber noch keine Einigung. Am 29. Mai 2007 wurden die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Vorstand fortgesetzt.

"Beim Arbeitskampf geht es neben dem Geld auch um die Arbeitsbedingungen. Zwei Mitarbeiter haben beim Gericht Klage wegen Mobbings eingereicht. Ein Teil der Leute hat es psychisch nicht mehr ausgehalten und ist gegangen, um eine schlechter bezahlte, aber ruhigere Arbeit aufzunehmen. Es gehen selbst langjährige Mitarbeiter, die das Werk mit aufgebaut haben. Den Mitarbeitern liegen diese Leute mehr am Herzen als dem Vorstand. Nur dieser wird nach europäischem Nivau bezahlt", sagt der Vizevorsitzende der Solidarnosc Mirosław Rzeźniczek. Wenn die zweite Verhandlungsrunde scheitert, will man wieder streiken. Die Zeitarbeiter, die über die Agentur Adecco bei Opel arbeiten, sind noch schlechter dran. Sie werden ausgenutzt und müssen sogar erscheinen, wenn sie krank sind und Fiber haben. Bei anderen Leiharbeits-Agenturen sieht es ähnlich aus.

GM Poland: Gespräche ohne Ergebnis

Gliwice, 30. Mai 2007. Die Verhandlungen zwischen dem Vorstand von General Motors Poland und den Gewerkschaften der Opelwerke Gliwice haben den Lohnstreit nicht beendet. Dabei konnte auch nicht die Vermittung Klaus Franz helfen. Der Vorstand hat der Belegschaft eine einmalige Prämie von 1980 Zloty brutto (520 Euro) vorgeschlagen. Heute konsultiert sich die „Solidarność" mit den Mitarbeitern, ob sie mit einer einmaligen Prämie von 2500 Zloty (660 Euro) zufrieden wäre. (Rzeczpospolita)

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