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14/10/2007

IG Metall-Vertrauensleute diskutieren Zukunft von Eisenach

Am Samstag diskutierten IG Metall-Vertrauensleute des Opel Werks Eisenach (Deutschland) die Zukunft des Werks mit dem Vorsitzenden des Eurobetriebsrats von General Motors (EEF), Klaus Franz und dem Koordinator des EEF, Wolfgang Schäfer-Klug.

Klaus Franz und Wolfgang Schäfer-Klug gaben einen Überblick über die neue Qualität der Globalisierung bei General Motors, die durch die Verwendung von globalen Fahrzeugarchitekturen, Prozessen, Gleichteilen und Produktionssystemen die Voraussetzung schafft, Standorte weltweit vergleichbar und austauschbar zu machen. Für den Standort Eisenach bedeutet dies, dass die nächste Generation des Corsas erstmals auf einer globalen Fahrzeugarchitektur produziert werden wird, die nicht nur in Europa, sondern auch in anderen GM-REgionen der Welt eingesetzt werden wird. Dann können auf dieser Architektur Fahrzeuge verschiedener Marken weltweit gefertig werden. Ebenso werden die verschiedenen Fahrzeugarchitekturen weiter flexibilisiert, dass zum Beispiel die Fahrzeugarchitektur von Kleinwagen (Corsa) auch mit denen der Kompaktklasse (Astra) Schnittstellen aufweist. Diese Entwicklung wird technologisch weiter vorangetrieben und ermöglicht dann z.B. auch nachdem ein Werk den Produktionszuschlag für ein Modell erhalten hat, während der dann laufenden Produktion, diese an andere Standorte in der Welt zu verlagern (z.B. bedingt durch ungünstige Währungskurse €/$). Die Diskussion mit den Vertrauensleuten über Handlungsmöglichkeiten zeigte deutlich, dass weder isolierte lokale Streikaktionen wie im Herbst 2004 in Bochum die Zukunft eines Werkes wie Eisenach in einer globalen Produktionsumwelt garantieren können, noch die bedingungslose Anpassung an die Forderungen des Managements, da dies zu keinen langfristigen Garantien für die Zukunft führen würde. Klaus Franz sagte den Eisenacher Kolleginnen und Kollegen zu, dass der Eurobetriebsrat von GM wie im Falle des von GM inszenierten Delta-Standortwettbewerbs (Astra, Zafira) die Corsa-Standorte unterstützen wird, um eine langfristige Absicherung zu erreichen. Allen wurde in der gemeinsamen Diskussion klar, dass insbesondere angesichts des neuen Standorts in Warschau (Joint Venture) nur eine gemeinsame und solidarische Strategie der Arbeitnehmervertretungen von Eisenach (Deutschland), Zaragoza (Spanien) und Warschau (Polen) mit der Unterstützung aller anderen GM-Standorte in Europa die Chance für eine langfristige Zukunft beeinhaltet. Wie sonst sollte verhindert werden, dass Produktion in Zukunft zu außereuropäischen Standorten wie in Mexiko verlagert wird? Das Beispiel der Delta-Standorte zeigt zweierlei: 1) Standortwettbewerbe waren und sind keine fairen "Wettbewerbe" bei GM, sie sind lediglich ein Mittel, um die Arbeitnehmervertretungen unter Druck zu setzen und Zugeständnisse zu bekommen. Kein einziger Standortwettbewerb bei GM in Europa lief fair, alle waren im wesentlichen vorentschieden. "Objektive" Kennzahlen wie z.B. die "Kosten pro Fahrzeug" werden in der Regel bei solchen Vergleichen manipuliert. 2) Standortschließungen zu verhindern und langfristige Zukunftsgarantieren zu bekommen ist für ein einzelnes Werk nicht mehr möglich. Nur die gemeinsame Strategie und durch gemeinsame Verhandlungen auf europäischer Ebene kann dies gelingen.

Die Vertrauensleute stellten auf dieser Sitzung ebenso ihre Diskussionsergebnisse aus einem Seminar in Bad Orb kurz vor und werden gemeinsam mit dem Eisenacher Betriebsrat und dem Eurobetriebsrat die Diskussion weiterführen. Das Interesse mit den Kollegen in Spanien und Polen in Kontakt zu kommen wird vom Eurobetriebsrat aufgegriffen und gemeinsame Treffen entwickelt werden.

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Danke für diese gute und umfassende Information. Ich hoffe, dass bei Gamma aus den Erfahrungen von Vectra und Astra gelernt wird und nicht wie jetzt wieder in Bochum versucht wird unter der Decke mit dem Management zu fummeln.
Diese globale Herausforderung können wir nur gemeinsam, ohne Eifersüchteleien und in Ehrlichkeit miteinander bestehen.
Glück auf
Danke für die Info!! Wir sind also schon mittendrin in der nächsten Auseinandersetzung.

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