Fiat ließ ausländische Gewerkschafter nicht rein
[Überrsetzung polnischer Bericht vom 17.4.2008] Europäischen Gewerkschaftern von General Motors wurde am Donnerstag, den 17. April 2008, der Zutritt zu den Werken von Fiat GM Powertrain Polska verwehrt. "Das ist beschämend für ganz Europa", schimpfen polnische Gewerkschafter. "Das ist uns zum ersten Mal passiert", sagen die ausländischen Gäste.
Die Mitglieder des Europäischen Mitarbeiterforums bei General Motors Europe, haben - finanziert von der Europäischen Kommission - europäische Werke besucht, um die Kontakte zwischen Gewerkschaften und Vorständen zu verbessern. Sie waren unter anderem schon in Großbritannien, Belgien und Frankreich. Auch das Isuzu-Werk in Tychy und die Fabrik FSO in Warschau-Zeran haben sie besucht.
Das einzige polnische Werk, das ihnen den Zugang verweigerte, war am Donnerstag das von Fiat GM Powertrain Polska in Bielsko-Biala. "Wir können nicht verstehen warum. Nirgendwo in Europa sind wir so behandelt worden, und wir waren z. B. schon in Werken in Rumänien und Russland", sagt der Vorsitzende des Europäischen Mitarbeiterforums GM Europe, Klaus Franz.
Die Vorsitzende der Gewerkschaft NSZZ "Solidarność" bei Fiat, Wanda Stróżyk, die zusammen mit den ausländischen Gewerkschaftern unterwegs war, sagte, man habe den Werksbesuch schriftlich abgelehnt. Obwohl die Besucher schon in Bialsko-Biala vor dem Tor standen. Sie wollte ihnen wenigstens den Sitz der Solidarnosc zeigen. Vor Ort war nicht einmal eine Person, die eine Entscheidung hätte treffen können. Und die Direktoren nahmen schon vom Morgen an keine Gespräche an.
"Wie sieht das aus? Das ist doch eine Blamage für ganz Europa", empört sich Stróżyk.
Die Gewerkschafter haben keine Zweifel: Das ist eine weitere Bösartigkeit von Seiten der Arbeitgeber. "Sie haben Angst, sich zu zeigen. So, wie sie die Symbole der Solidarnosc traktieren, so behandeln sie auch die Arbeiter, die zur Sonntagsarbeit gezwungen werden", sagt ein Gewerkschafter.
"Selbst wenn die Direktion von Fiat in Bielsko-Biala nicht die Pflicht hat, sich mit den Gewerkschaftern zu treffen, so hat sie doch gegen die traditionelle polnische Gastfreundschaft verstoßen. Zum Glück haben Isuzu und FSO Zeran unsere Ehre gerettet. Schade, dass sich der Konzern Fiat, der schon so viele Jahre in Polen ist, so verhalten hat", bedauert der Pressesprecher der Solidarnosc-Regionalleitung für Slask-Dabrowska, Wojciech Gumułka.
Quelle: Gazeta Wyborcza Bielsko-Biała
Ewa Furtak, Tomasz Głogowski, 17. April 2008, Gazeta Bielsko-Biala
auch erschienen bei: http://katowice.wiadomosci.net.pl/szczegoly,1133539,rs.html
Presse-Zitat OPZZ: http://opzz.org.pl/biuro_prasowe/media/media_o_zwiazkowcach.html/number/2
http://www.myrss.com.pl/main,30.html
http://samochody.w.polsce.org/605397-samochody/
http://www.wydarzenia.aleokazja.pl/NBP-To-byl-dobry-rok-pod-wzgledem-inwestycji-zagranicznych.html,70121
http://pl.redtram.com/catalogue/upper-silesia/all-about-all/20080419/2/
http://www.tvn24.pl/12692,1546461,wiadomosc.html
Biznes Thema: motoryzacja, związki zawodowe (Motorisierung, Gewerkschaften) 17.04.2008 /PAP
Fiat ließ Gewerkschafter nicht rein
Die Vertreter des Werks sind nicht erreichbar.
"Eurogewerkschafter" repräsentieren Tausende Mitarbeiter der Automobilbranche.
Vertreter der Organisation, die alle Mitarbeiter von GM in Europa vertritt, konnten nicht das Werk von Fiat-GM Powertrain in Bielsko-Biała besuchen. Die Direktion verweigerte ihnen den Zugang.
"Das ist eine fundamentale Verletzung der Grundsätze für soziale Verantwortung sowie ein Zeichen für die Schwäche der Fiat-Führung beim Führen eines sozialen Dialogs", sagt der Chef des Europäischen Mitarbeiterforums (EEF), Klaus Franz. Bei dieser Gelegenheit erinnerte er daran, dass die Vertreter der Europäischen Gewerkschaftsorganisationen "gastfreundlich von den Partnern in den Isuzu-Werken in Tychy und in der Fabrik FSO in Warszawa-Żeran empfangen wurden". Die Vertreter von Fiat-GM Powertrain waren am Donnerstag nicht zu erreichen.
Gesponserter Besuch
Die "Euro-Gewerkschafter" halten sich in Polen im Rahmen eines Projekts auf, das den sozialen Dialog zwischen Gewerkschaften und Management in ausgewählten Werken der Branche stärken will. Es wird komplett von der Europäischen Kommission finanziert. Daran waren Arbeitnehmervertreter von General-Motors-Werken aus folgenden Ländern beteiligt: Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Deutschland, Österreich, Ungarn und Polen.
Fiat-GM Powertrain stellt Motoren her. Fiat und General Motors halten jeweils die Hälfte der Anteile.