Fiat-Arbeiter in Tychy (Polen) fordern doppelten Grundlohn
Die Gewerkschaft “Solidarnosc” bei Fiat Auto Poland hat eine Verdopplung des Mindestlohns auf 2800 Zloty bzw. 743 Euro brutto gefordert. Erfahrene Arbeiter sollen 4000 bis 5000 Zloty bzw. 1060 bis 1326 Euro brutto verdienen (80 % mehr als jetzt).
Derartig hohe Lohnforderungen sind einmalig in der polnischen AutoIndustrie. Ein Brief mit den Forderungen wurde an die Vorstände in Polen und in Turin geschickt. “Fiat kann diese Forderungen durchaus erfüllen. Fiat produziert Motoren und Autos in höchster Qualität. Man will Produktion und Gewinne steigern. Die Erhöhung würde den Gewinn lediglich um 15 % schmälern”, sagt der Vize-Chef der Solidarnosc bei Fiat, Rajmund Pollak. Zukünftig sollen die Löhne am Standort Tychy an das Niveau der italienischen Fiat-Fabriken von 1300 Euro angeglichen werden. Die Solidarnosc verlangt auch die Anhebung der Überstundenzulage auf 150 % und eine Prämie für alle Beschäftigten von 3300 Zloty bzw. 875 Euro. Für Freitag ist ein Treffen der Solidarnosc mit dem gesamten Vorstand von Fiata Auto Poland geplant. Wenn er die Forderungen nicht erfüllt, will die Solidarnosc mit Arbeitskampf und Protestaktionen beginnen. Als letztes Mittel wird an Streik gedacht, der erstmals in Absprache mit den Gewerkschaftszentralen in den Ländern abgestimmt werden soll, wo die Mitarbeiter ebenfalls mehr Geld verlangen und zum Streiken bereit sind. (Puls Biznesu, 12. Juli 2007, www.solidarnosc.pl)
Das Motorenwerk in Tychy ist ein Joint-Venture von Fiat und GM.
Vielen Dank an das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau für die Zusammenstellung der Informationen.
