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25/04/2007

An alle Beschäftigten von General Motors Europe (GME)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Entscheidung, kein Werk zu schließen und den nächsten Astra/Delta II in 4 europäischen
Standorten zu fertigen, ist ein Etappensieg der europäischen Arbeitnehmer. Es ist der Beleg dafür,
dass es zum international abgestimmten Vorgehen und Verhandeln keine Alternative gibt. In der
globalisierten Wirtschaft sind die nationalen Einflussmöglichkeiten nicht mehr ausreichend. Das
Europäische Arbeitnehmerforum (EEF) hat enorm an Einfluss gewonnen und gezeigt, dass wir
gemeinsam handlungs- und entscheidungsfähig sind.

Die Entscheidung von General Motors Europa (GME) vom 17.04.07 in Brüssel ist kein Jubelergebnis,
sondern ein Ergebnis der Vernunft beider Seiten. Wir konnten unser oberstes Ziel „keine
Werksschließung und keine betriebsbedingte Kündigungen“ verwirklichen. An dieser Stelle bedanken
wir uns bei den über 68.000 Beschäftigten von GME, die uns dabei unterstützt haben und zur Seite
gestanden haben. Nach der Schließung von Azambuja war dieser Erfolg von elementarer Bedeutung.

Die vor uns liegenden weiteren europäischen Verhandlungen werden sehr schwierig. Es geht darum
jetzt möglichst viel Volumen zu wettbewerbsfähigen Kosten anderer Marken und Architekturen in
Antwerpen zu installieren. Dadurch ergibt sich eine konkrete Alternative für die Menschen in
Antwerpen, und GME kann dort Fahrzeuge produzieren, wo sie auch verkauft werden und sinnlose
Investitionen in Überkapazitäten in Osteuropa vermeiden.

Aber auch für die anderen Werke, die den Astra/Delta II in Zukunft nach dem Willen von GME fertigen
sollen, stellen die Verhandlungen weiter eine schwierige Herausforderung dar. Der von GME geplante
Personalabbau und die Einsparmaßnahmen sind bisher noch nicht im Detail untersucht und beraten
worden. Insbesondere die Anzahl der geplanten Fahrzeuge für den Standort Trollhättan sind trotz
des Zuschlags für den nächsten Astra/Delta II noch offen.

Die Entscheidung den nächsten Astra/Delta II nicht in Antwerpen zu produzieren, zeigt sehr deutlich,
dass nicht wirtschaftliche Kennzahlen das Maß aller Dinge ist, sondern es sich um eine rein politische
Entscheidung handelt. Es bekommt bei GM eben nicht automatisch der Standort den Zuschlag, der
der Beste ist. Azambuja war neben Eisenach in jeder Hinsicht der produktivste und kostengünstigste
Standort.

Antwerpen ist hinter Gliwice (Polen) der produktivste Standort und bei der Qualität ganz vorne.
Der sich ständig fortsetzende Personalabbau bei GME zermürbt die Menschen enorm und schreckt
unsere Kunden ab. Aus diesem Grunde fordert das EEF einen europäischen Zukunftsvertrag mit
Beschäftigungssicherung für alle Belegschaften und Standorte bis 2016, einschließlich der Gammaund
Powertrain-Werke und des Vivaro-Werks in Luton. Wir sind im Gegenzug auch bereit zukünftige
Leistungen dafür einzubringen.

Die Menschen bei GME und unsere Kunden brauchen und wollen Sicherheit und Perspektiven. Es ist
viel besser für beide Seiten sich auf die qualitativ hochwertigen und aufregenden Produkte zu
konzentrieren, anstatt permanent negative Unternehmensbotschaften zu produzieren.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Franz
Vorsitzender des EEF

Rudi Kennes
Stellv. Vorsitzender des EEF

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