Wo sollen die meisten Arbeitsplätze ausgelagert werden?
Im Werk Bochum stehen nach dem Willen von GM die meisten Arbeitsplätze zur Auslagerung an. Das spanische Werk in Zaragoza und das englische Werk in Ellesmere Port scheinen auch in größerem Umfang betroffen zu sein.
Neben der Tatsache, ob Auslagerungen überhaupt wirtschaflich sinnvoll sind und ob und wie die betroffenen Mitarbeiter abgesichert werden, geraten andere wichtige Folgen aus dem Blick. Selbst wenn die betroffenen Mitarbeiter optimal abgesichert werden - die Arbeitsplätze sind weg. das kann in der Zukunft, wenn GM sich durchsetzt, zu ernsthaften Folgen für die zurückbleibenden Beschäftigten führen. GM will ja nicht nur auslagern, sondern auch immer schneller und härter Arbeiten lassen. Allerdings sind die Beschäftigten in Europa unterschiedlich alt und unterschiedlich gesund. Selbst relativ junge Menschen im Werk Gliwice sind mittlerweile von Erkrankungen durch Arbeit an der Linie betroffen, können ihren Job nicht mehr ausführen und - werden einfach entlassen und durch neue, junge Leute ersetzt. Darüber beschwert sich die Gewerkschaft Solidarnosc, die dagegen kämpft
"Schneller und härter" arbeiten, insbesondere durch Maßnahmen, die GM zynisch als Einführung von "ILO 100" bezeichnet (ILO ist die Weltarbeitsorganisation, deren Aufgabe u.a. der Schutz der Arbeitnehmer durch Mindeststandards ist) werden selbst bei Jüngeren, aber insbesondere bei älteren Beschäftigen zu gesundheitlichen Folgen führen. Wenn sie dann nicht mehr in der Produktion eingesetzt werden können und alle Arbeitsplätze in der Vorfertigung und im Service/Instandhaltungs-Bereich (z.B. FM, Motorenaufrüstung, Werkschutz, Cockpit, Türmodule..) ausgelagert sind, kann dies direkt in die Kündigung führen. In Eisenach und in Gliwice ist zu sehen, warum es so risikoreich und falsch ist bei neuene Werken ("Greenfields") nur junge, "olympiareife" Mannschaften einzustellen. Diese Belegschaftern altern dann gemeinsam und es gibt keinen Mix von Alt und JUng. Der ganze Irrsinn der globalen Vorgaben von GM, die ungleiche Werke, verschiedene Beschäftigte usw. "gleich" machen, "gleich behandeln" durch denselben erhöhten Arbeitsdruck und die gleichen verschlechterten Arbeitsbedingungen, gleiche Auslagerungsorgien usw. führt zu unterschiedlichen Konsequenzen in eben unterschiedlichen Werken und bei unterschiedlichen Beschäftigtengruppen.
Die Frage, die an das europäische Management gestellt werden muss, ist, wie wollen sie Beschäfttigte behandeln, die durch die vom Management abgeforderten erhöhten Leistungsstandards, teilweise schlechte Ergonomie und fremdvergebenere körperlich leichtere Arbeitstätigkeiten ihren Job nicht mehr machen können?? Soll das "Modell" aus Gliwice die Antwort sein? Entlassung und Ersetzen durch "junges, frisches Blut"??
DAS IST AUCH DAS PROBLEM UND DIE VERANTWORTUNG DES EUROPÄISCHEN MANAGEMENTS - und selbstverständlich ist es auch Aufgaben der Gewerkschaften und Betriebsräte solche Maßnahmen und Pläne nicht einfach zu akzeptieren und hinzunehmen. Der Europäische Betriebsrat von General Motors ist hierfür ein gutes Beispiel. Allerdings sind die gsetzlichen Grundlagen für eine solche Gegenwehr und für soziale Verpflichtungen des Managements mehr als verbesserungsbedürftig.

Anonymous
03/03/2008
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02/03/2008
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01/03/2008
WS
01/03/2008
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29/02/2008
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28/02/2008