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13/05/2008

Lösungsansatz für Kaiserslautern gefunden. Komponentenfertigung wird gestärkt – Motorenfertigung läuft mittelfristig aus

[Vollständige Version des Artikels! Bei der ersten Veröffentlichung gingen leider Teile verloren]

Der Betriebsrat des Standortes Kaiserslautern konnte diese Woche eine grundsätzliche Übereinkunft für eine Zukunftssicherung mit der Europaspitze von GM erreichen. Dies war notwendig geworden, weil kein geeigneter Käufer für die Kaiserslauterer Komponentenfertigung gefunden wurde. Diese wollte GM nicht mehr weiter betreiben.

Außerdem hatte sich schon seit einigen Wochen abzeichnet, dass Kaiserslautern für die Motorenfertigung keine Nachfolgeprodukte kommen würde.

Dies hat hauptsächlich strategische Gründe, weil GM durch Investitionen in neuen Regionen sich freien Marktzugang verschaffen will. Dies betrifft insbesondere Russland, weil dies der größte Markt innerhalb von GM-Europa werden wird.

Im Gegenzug, für die Einstellung der Motorenfertigung, wurde verabredet, dass der Komponentenbereich durch Volumen und neue Technologie gestärkt wird.

Um dies zu unterstreichen wurde als Rahmenbedingung, für einen noch im Detail auszuhandelnden Zukunftsvertrag, festgelegt.

Laufzeit des Vertrages mindesten 10 Jahre
Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen
Investitionen in Technologie und Infrastruktur
Auswahl von Produkten, die für Kaiserslautern strategisch günstig sind
Aufbau von Entwicklungskompetenzen

Übernahme der Auszubildenden

Allerdings auch:

Reduzierung der Belegschaft vornehmlich durch Alterteilzeitprogramme, jedoch auch freiwillige Abfindungsprogramme sowie Angebote zum Wechsel nach Rüsselsheim
Maßnahmen zur Kostenreduzierung

Beim letzten Punkt wird es auch um Arbeitsorganisation, Sozialleistungen und Entgeltbestandteile gehen. Forderungen des Management nach 20% Lohnreduzierung oder Arbeitszeitverlängerung wurde von Seiten der Arbeitnehmervertreter ein klare Absage erteilt. Dem Management konnte die Zusage abgerungen werden, dass nicht in die Tarifverträge eingegriffen wird. Dies ist ein wichtiger Erfolg, allerdings werden diverse übertarifliche Leistungen Verhandlungsgegenstand sein.

Unverzüglich wurde diese Woche die gesamte Kaiserslauterer Belegschaft durch den Betriebsrat informiert. Es war ein harter Schlag, insbesondere für die Powertrain Kollegen. Bei aller Niedergeschlagenheit sehen die Kollegen auch die Chance nun eine langfristige und nachhaltige Standortsicherung zu erreichen.

Entscheidender Punkt wird nun sein, wie dieser verabredete Rahmen konkret ausgefüllt wird.

Dementsprechend hat die Belegschaft ihren Willen bekräftigt, die Verhandlungsführer des Betriebsrates mit allen Mitteln zu unterstützen.
Kaiserslautern, 9. Mai

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